Fall 2020-050N

«Negerfotze» und «afrikanische Hure»

Basel-Stadt

Verfahrensgeschichte
2020 2020-050N Die Beschuldigte hat sich der Beschimpfung und der Rassendiskriminierung schuldig gemacht.
Juristische Suchbegriffe
Tathandlung / Objektiver Tatbestand Herabsetzung oder Diskriminierung (Abs. 4 Hälfte 1)
Schutzobjekt Rasse
Spezialfragen zum Tatbestand keine
Stichwörter
Tätergruppen Privatpersonen
Opfergruppen Schwarze / Dunkelhäutige
Tatmittel Wort
Gesellschaftliches Umfeld Öffentliche Orte
Ideologie Rassismus (Hautfarbe)

Kurzfassung

Die Beschuldigte hat die dunkelhäutige Hotelangestellte öffentlich durch «Negerfotze» sowie «afrikanische Hure» herabgestetzt. Dadurch hat sie sich der Beschimpfung und der Rassendiskriminierung schuldig gemacht.

Sachverhalt

Die Beschuldigte setzte die dunkelhäutige Hotelangestellte öffentlich in der mit diversen Gästen und Angestellten besetzten Lobby als «Negerfotze» sowie «afrikanische Hure» herab. Ausserdem beschimpfte sie die Geschädigte, indem sie ihr unterstellte, sich nur in der Schweiz aufzuhalten, um «Schwänze zu blasen».

Rechtliche Erwägungen

Die Beschuldigte hat die Anklägerin öffentlich durch Worte wegen ihrer Rasse und Ethnie in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabgesetzt, indem sie sie in der mit diversen Gästen und Angestellten besetzten Lobby als «Negerfotze» sowie «afrikanische Hure» bezeichnete. Ausserdem beschimpfte sie die Geschädigte in einer deren Ehre verletzenden Weise.

Entscheid

Die Beschuldigte hat sich der Beschimpfung und der Rassendiskriminierung schuldig gemacht. Die zuständige Strafverfolgungsbehörde verurteilt die Beschuldigte zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je Fr. 30.00. Die Probezeit eines zuvor gewährten ersten Aufschubs wird um ein Jahr verlängert und die Probezeit eines zweiten Aufschubs wird widerrufen. Diese letzte Strafe ist daher vollziehbar.