Fall 2021-051N

Zoombombing einer Online-Vorlesung

Zürich

Verfahrensgeschichte
2021 2021-051N Der Beschuldigte hat nicht genügend digitale Spuren hinterlassen, um eine Identifizierung zu ermöglichen. Das Strafverfahren wird eingestellt.
Juristische Suchbegriffe
Tathandlung / Objektiver Tatbestand Art. 261bis StGB / 171c MStG (keine Spezifizierung des Tatbestandes)
Schutzobjekt Ethnie;
Religion
Spezialfragen zum Tatbestand Öffentlichkeit
Stichwörter
Tätergruppen Keine Angaben zur Täterschaft
Opfergruppen Juden
Tatmittel Wort;
Ton / Bild
Gesellschaftliches Umfeld Schule
Ideologie Antisemitismus

Kurzfassung

Eine unbekannte Täterschaft habe sich in die via «Zoom» durchgeführt Online-Vorlesung eingeloggt und kurz nach Beginn mittels der Audiofunktion die Wortmeldungen «Sieg Heil», «Hitler» und «jüdische Hochschule» abgegeben sowie ein Bild von einem Hakenkreuz und einer Person, die den Hitlergruss vollführte, gezeigt.
Der Beschuldigte hat nicht genügend digitale Spuren hinterlassen, um eine Identifizierung zu ermöglichen. Das Strafverfahren wird eingestellt.

Sachverhalt

Die Stadtpolizei rapportierte gegen eine unbekannte Täterschaft wegen Diskriminierung und Aufruf zu Hass (Art. 261bis StGB). Dabei wurde der Täterschaft vorgeworfen, sich in eine via «Zoom» durchgeführten Online-Vorlesung der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) eingeloggt zu haben und kurz nach Beginn mittels der Audiofunktion rassistische Wortmeldungen («Sieg Heil», «Hitler» und «jüdische Hochschule») abgegeben, sowie ein rassistisches Bild gezeigt zu haben.

Entscheid

Die erwähnten Meldungen sollen unter anderem durch Personen erfolgt sein, welche sich unter den Usernamen «Galaxy S8» und «Galaxy Tab A» eingeloggt hatten. Nach eingehender Überprüfung der Inhaber der dazugehörenden IP-Adressen und der erwähnten Usernamen konnte jedoch keinen Zusammenhang zwischen diesen Usern und den rassistischen Äusserungen hergestellt werden. Es bestehen daher zurzeit keine weiteren Ermittlungsansätze für die Weiterführung des gegen eine unbekannte Täterschaft geführten Strafverfahrens. Die Urheber von rassistischen Äusserungen und Gebärden, die während der Tatzeit unter Verwendung anderer als der hier erwähnten Usernamen erfolgten, konnten ermittelt und bestraft werden (separate Verfahren).
Bei dieser Ausgangslage ist die gegen die unbekannte Täterschaft angehobene Strafuntersuchung wegen des Verdachts der Diskriminierung und Aufruf zu Hass ohne Weiteres einzustellen.