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Editorial der Präsidentin
Ist die Eidgenössische Kommission gegen
Rassismus EKR wirklich notwendig? Schränkt
die Rassismusstrafnorm die Meinungsfreiheit
ein? Darf über alles gelacht werden?Wie kann
der Hassrede im Internet entgegengewirkt
werden? Wie können die Qualitätsstandards
für die Kontrolle der Anlaufstellen für Opfer
rassistischer
Diskriminierung
verschärft
werden? Kann eine Weiterbildung dazu
beitragen, dieMedien für die Problematik der
Stigmatisierung zu sensibilisieren?
Genau solche Fragen haben die Mitarbeiter
des Sekretariats der Kommission, das
Präsidium und die Mitglieder der Kommission
beschäftigt. Diese Fragen zeigen die Diversität
und die Komplexität der Instrumente und
Aktionen im Kampf gegen den Rassismus und
die rassistischeDiskriminierung auf.
Für die EKR ist die Herausforderung
beträchtlich. Es gilt ein Mandat zu erfüllen,
welches grosse Erwartungen weckt, jedoch
limitierteMittel zur Verfügung hat (2.9 Stellen,
200.000 Franken pro Jahr). Daher müssen
zwingend Entscheidungen getroffen und
Prioritäten gesetzt werden, aber vor allem gilt
es, mit allen Akteuren zusammen zu arbeiten,
die sich für den Kampf gegen Rassismus und
rassistische Diskriminierung einsetzen. Dieser
Jahresbericht widerspiegelt die wesentlichen
Handlungsfelder des vergangenen Jahres.
Doris Angst, Leiterin der Kommission seit
deren Gründung im Jahr 1995, hat sich im
September 2014 vorzeitig pensionieren lassen.
Für ihren beruflichen Einsatz und ihr
begeistertes Interesse, welches sie im Kampf
gegen Rassismus an den Tag gelegt hat, sei ihr
gedankt. Die Nachfolge von Doris Angst hat
Giulia
Brogini
mit
Enthusiasmus
und
Entschlossenheit
im
Oktober
2014
übernommen.
Es sei mir an dieser Stelle erlaubt, den
Mitgliedern
der
Kommission,
den
Mitarbeiterinnen des Sekretariats der EKR, der
Fachstelle für Rassismusbekämpfung und allen
anderen Partnern, mit denen die EKR 2014
zusammengearbeitet hat, zu danken. Jeder
Beitrag ist wertvoll und nur die gemeinsamen
Bemühungen zahlen sich auf Dauer aus. In
dem Moment, in dem dieser Bericht
erscheinen wird, wird die Kampagne zum 20-
jährigen Jubiläum der Rassismusstrafnorm in
vollem Gange sein. Der Einbezug der
Jugendlichen über das Internet und die
sozialen Medien ist ein strebsames und
notwendiges Ziel. So hoffenwir, dass jene, die
eine aktive Rolle übernehmen, andere zur
Teilnahme anspornen und von nah oder fern
an der Kampagne teilnehmen, auch über das
Jubiläumsjahr hinaus treue Akteure im Kampf
gegen Rassismus bleiben werden. Dies ist
jedoch eine andere Geschichte, über welche
der Jahresbericht 2015berichtenwird.
MartineBrunschwigGraf, Präsidentinder EKR