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BekämpfungvonRassendiskriminierung
«Siebekämpft jeglicheFormvondirekter oder indirekter rassistischer
Diskriminierung.»
Rassismus und Diskriminierungsschutz sind
Querschnittthemen, die alle Stufen unseres
föderalen Systems betreffen und in zahlreiche
Lebensbereiche hineinwirken. Der Unterschied
zwischen
direkter
und
indirekter
Diskriminierung ist ein feiner, jedoch ein
wichtiger, der exemplarisch die Komplexität
des Phänomens aufzeigt: Während bei der
direkten Diskriminierung eine Person oder
Gruppe beispielsweisewegen ihrer ethnischen
Herkunft, ihrer Religion oder Weltanschauung
in
einer
ähnlichen
Situation
eine
vergleichsweise weniger günstige Behandlung
erfährt als eine andere Person, die diese
zugeschriebenenMerkmale nicht besitzt, geht
es bei der indirekten Diskriminierung um
Normen
aber
auch
gesellschaftliche
Verhaltensregeln, die zwar neutral formuliert
sind, aber in ihrer Umsetzung bzw. Auswirkung
faktisch Personen oder Gruppen aufgrund
ihrer «Rasse» oder ethnischen Herkunft, ihrer
Religion
oder
Weltanschauung,
einer
Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen
Ausrichtungbenachteiligen.
Die
Verankerung
der
kantonalen
Integrationsprogramme KIP, welche im
Verlaufe der Jahre 2014-2017 ansteht, ist eine
wichtige Grundlage für die systematische
Weiterentwicklung
der
Diskriminierungsbekämpfung.
Die
EKR
bemühte sich 2014 einen Beitrag zu dieser
Verankerung zu leisten und legte besondere
Aufmerksamkeit nicht nur auf die quantitative,
sondern auch auf die qualitative Entwicklung
der
entsprechenden
Angebote
und
Massnahmen.
Im Bereich der Politik verortete die
Kommission
weiterhin
einen
wichtigen
Handlungsbedarf:
Nicht
nur
den
diskriminierungsfreien Zugang zu politischer
Partizipation erachtete sie als entscheidend,
sondern auch die Analyse der Botschaften der
politischen Akteure. Aktuelle politische
Ereignisse müssen in der Öffentlichkeit
insgesamt differenziert beurteilt werden,
damit vereinfachende und pauschalisierende
Meinungen und negative Stereotypen keine
Plattform erhalten. Dies ist eine Aufgabe der
PolitikundderMediengleichermassen.
Von Belang ist auch auf wissenschaftlicher
Ebene das Zustandekommen gesellschaftlicher
Trends frühzeitig zu erkennen, zu verstehen,
wie Haltungen und Einstellungen zustande
kommen, die dem Rassismus als Nährboden
dienen können oder auch im Gegenteil, den