Cas 2025-058N
St-Gall
| Historique de la procédure | ||
|---|---|---|
| 2025 | 2025-058N | Die zuständige Strafverfolgungsbehörde stellt das Verfahren gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO ein. |
| Critères de recherche juridiques | |
|---|---|
| Acte / Eléments constitutifs objectifs | Abaissement ou discrimination (al. 4 1ère phrase) |
| Objet de protection | Ethnie |
| Questions spécifiques sur l'élément constitutif | Bien juridique protégé |
| Mots-clés | |
|---|---|
| Auteurs | Particuliers |
| Victimes | Etrangers et membres d'autres ethnies |
| Moyens utilisés | Ecrits |
| Environnement social | Médias sociaux |
| Idéologie | Racisme (nationalité / origine) |
A. (Beschuldigter) teilte auf seinem Facebook-Profil einen Beitrag der Zeitung Blick mit dem Titel «Luzerner Garagist (†47) im Kosovo erschossen» gesehen habe. Dazu habe er geschrieben: «Sehr guet. Mindstens eine vo dene simer wieder los!». Dahinter habe er drei lachende Emojis mit Tränen in den Augen platziert.
Auf dem Profil von A. konnten unter anderem folgende weitere Beiträge festgestellt werden: «DAS BOOT IST VOLL»; «GRENZE ZU JETZT!»; «Weg mit dem ZEUGS!!!»; «LIEBER KERNKRAFT ALS FLÜCHTLINGSSTROM!»; «Genauso isches! Weg mit dem ilegale unerwünschte Zeugs!»
Die zuständige Strafverfolgungsbehörde stellt das Verfahren gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO ein, da die Kommentare nicht das Mass an Intensität erreichen, welches für eine Verurteilung nach Art. 261bis StGB gefordert ist.
Am Mittwoch, 9. August 2023, um 00.41 Uhr, meldete sich eine Privatperson per E-Mail bei der Luzerner Polizei und gab zusammengefasst an, dass sie auf dem Facebook-Profil von A. (Beschuldigter) einen Beitrag der Zeitung Blick mit dem Titel «Luzerner Garagist (†47) im Kosovo erschossen» gesehen habe. Dazu habe er geschrieben: «Sehr guet. Mindstens eine vo dene simer wieder los!». Dahinter habe er drei lachende Emojis mit Tränen in den Augen platziert.
Auf dem Profil von A. konnten folgende weitere Beiträge festgestellt werden:
Beitrag: Bild mit der Überschrift «DAS BOOT IST VOLL» und «GRENZE ZU JETZT!»
Kommentar: «Weg mit dem ZEUGS!!!»
Beitrag: Bild mit der Überschrift «LIEBER KERNKRAFT ALS FLÜCHTLINGSSTROM!»
Kommentar: «Genauso isches! Weg mit dem ilegale unerwünschte Zeugs!»
Beitrag: Blick-Beitrag mit dem Titel «Gefangen in der Nothilfe»
Kommentar: «Verschwindet Nachhause!!!»
von A. weitergeleiteten bzw. kommentierten Beiträge beabsichtigen, die grundsätzliche Minderwertigkeit einer Personengruppe zum Ausdruck zu bringen. Damit ist eine gewisse Verletzung der Menschenwürde nicht von der Hand zu weisen. Diese erreicht jedoch nicht das Mass an Intensität, welches für eine Verurteilung nach Art. 261bis StGB gefordert ist. So wird den in den Beiträgen angesprochenen Personengruppen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit bzw. -eigenschaft nicht die Gleichwertigkeit bzw. Gleichberechtigung in Bezug auf die Menschenrechte abgesprochen. Mit anderen Worten wird mit den Beiträgen nicht die Gleichwertigkeit als menschliche Wesen in Frage gestellt (vgl. SCHLEIMINGER METTLER, BSK-StGB zu Art. 261bis, N 53; insb. auch BGE 131 IV 23, E. 3.4.2).
Die Straftatbestandsvoraussetzungen von Art. 261bis StGB sind damit vorliegend nicht erfüllt.
Die zuständige Strafverfolgungsbehörde stellt das Verfahren gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO ein. Die Verfahrenskosten trägt der Kanton.