Muslimfeindlichkeit

Die Bezeichnung „Muslimfeindlichkeit“ drückt eine ablehnende Haltung und Einstellung gegen Menschen aus, die sich als Muslime bezeichnen oder von der Mehrheitsgesellschaft als Muslime wahrgenommen werden. In diese Muslimfeindlichkeit können sich auch Komponenten der Ablehnung gegenüber der Herkunft der Personen aus einem (vom Islam geprägten) Drittweltland oder einer patriarchalischen Gesellschaft mischen.
 
Die EKR zieht „Muslimfeindlichkeit“ dem Begriff der „Islamophobie“ (wörtlich: Furcht vor dem Islam) vor, dessen Hauptakzent auf der emotionsgeladenen Abneigung des Islam als Religion und seiner oftmals falsch verstandenen Bräuche, Symbole und religiösen Praktiken liegt. Auftrieb bekam das Konzept der Islamophobie durch eine Publikation des britischen Runnymede Trust aus dem Jahr 1997 („Islamophobia: A Challenge for Us All“), der die Islamfeindlichkeit anhand von acht Merkmalen charakterisiert hat, wie z.B. die Wahrnehmung des Islam als gewalttätig, aggressiv, bedrohlich, fremd und gesondert oder auch die Vorstellung, dass der Islam statisch, für Veränderungen unempfänglich sowie dem Westen unterlegen sei. Der Europarat beschrieb im Jahr 2005 die Islamophobie als „die Furcht vor oder ein voreingenommener Standpunkt gegenüber dem Islam, Muslimen und allem, was mit beiden zu tun hat“ („Islamophobia and its consequences on Young People“).
 
Islam- und muslimfeindliche Handlungen reichen von rassistischen Diskriminierungen im Bildungsbereich, im Arbeitsleben oder bei Einbürgerungen bis hin zu gewalttätigen Angriffen auf Muslime, Anschlägen auf Moscheen oder islamische Zentren.

Zum AnfangLetzte Aktualisierung: 11.12.2013